Amazonen (of the World unite)

Wer nun glaubt, die Amazonenmania sei eine rein nahöstlich-afrikanische Angelegenheit, plumpst schwer auf harten Boden. In Indien berichtet die Rig-Veda, eine sehr alte und heilige Vers-Sammlung, von der Kriegerkönigin Vishpla. Diese Geschichte entstand (immer wieder) zwischen 3500 und 1800 vor Christus. Vishpla ging in jeder Schlacht auf volles Risiko, verlor dabei sogar eines ihrer Beine. Sie ließ sich eine eiserne Prothese anlegen und kehrte in die Schlacht zurück. Übrigens verdanken wir dieser Geschichte auch das allererste Zeugnis eines künstlichen Gliedmaßes, also könnte auch diese Form der Medizin eine Errungenschaft der Amazonenstämme sein.

Im Jahr 529 vor Christus schlugen die Massagetai unter ihrer Kriegskönigin Tomyris die zahlenmäßig weit überlegenen Heere der Perser. Tomyris war einfach die bessere Strategin und konnte ihre Truppen unglaublich mitreißen. In ihrer Armee dienten zahllose Frauen. Ihr Gegner war übrigens Cyrus, der sich später bestimmte Dinge aus der Erinnerung verdrängend "Der Große" nannte und diese schmachvollen Ereignisse einfach aus dem Gedächtnis tilgte.

Ein leckeres Thema ist die ägyptische Königen Aahhotep I, (oder auch Ahhotep, Ahotep), die ihre Armeen gen Theben nicht nur in Marsch setzte, sondern sie auch anführte. Kräftig austeilend zimmerte sie das geteilte Ägypten zusammen, natürlich unter ihrer Herrschaft. Damit nicht genug Amazonmanie in Old Egypt. Denn da zeigen die Wände der Festung von Hittite Bilder von Amazonen, die aus dem Jahre 1300 vor Christus stammen.

Rhodos: Hier ist die Herrschaft der Königin Artemisia II. verbürgt. Die Fürstin von Caria übernahm das Erbe ihres verstorbenen Gatten. Sie machte sich einen Namen als Heil- und Pflanzenkundige, schlug aber auch gnadenlos einen Aufstand in Rhodos nieder.

Kommen wir zu den Papaisten schlechthin. Aber auch die Juden können matriarachaische Bestrebungen nicht verbergen. Die biblische Richterin Deborah scheint alles andere als nur Justiziarin gewesen zu sein. Die Dame griff ohne zu zögern bei den Kriegen um Kanaan (1250 bis 1050 v. Chr) zu Axt, Keule und Schwert, und führte dabei sogar Truppen an. Auch die arabischen Stämme Palästinas wurden zeitweilig von Frauen regiert und in den Krieg geführt. So versuchte die Kriegskönigin Mavia in zahllosen Schlachten die Römer aus Palästina, Ägypten und Phönizien zu vertreiben. Da sich dies alles nicht so bewerkstelligen ließ, wie geplant, handelte sie nach einem Sieg einen ehrenvollen Frieden für sich und die Region aus und verheiratete ihre Tochter einfach mit dem Kommandanten der römischen Legionen. Ein weiteres Schreckgespenst für Machos aus dem Orient sind bis heute Namen wie Zabibi und ihre Nachfolgerin Samsi. Beide regierten als Kriegsköniginnen in der Zeit um 740 bis mindestens 720 vor Chr. die arabische Halbinsel mit mächtigen Armeen, die größtenteils aus Frauen bestanden. Und die rebellierenden Herren hatten ihre Albträume um der Damen willen....

Die wurden von der Kriegskönigin Dihya al-Kahina (Dahia, Damia, Diah, Kahena, Cahena, A-Cahina, Cohen, Cohena) noch unterstrichen. Sie führte die Truppen der Berber gegen eine Invasionsarme der Araber um 694 an. Verbündet mit den jüdischen Stämmen, versuchte sie sehr erfolgreich, die Araber aufzuhalten. Ihr überlieferter Kriegsruf wurde Legende: "Löwen von Afrika und Judäa. Zeigt diesen Arabern, dass wir uns nicht vom Islam versklaven lassen. Lasst unsere Losung der Schrei der alten Zelotsen sein: Freiheit oder Tod!" Und noch nach Mohammeds Zeit gab es auch bei den Arabern resolute Kriegerinnen, die sich gewissen Geboten nicht fügen wollten: A´ishah Bint Abi Bakr war Chefin von Frauentruppen in dem "Krieg des Kamels" bei Basra, ca. 656 n. Chr.

Eines der ersten Reitervölker, die bei Nachbarn und Verwandten mit Ross, Pfeil und Bogen für Angst und Schrecken sorgten, waren die Skythen. Woher sie kamen, bevor sie vor allem die Hellenen ärgerten, ist unbekannt. Wahrscheinlich aus den Steppen Asiens. Interessant ist das offenbare Rassenmischmasch. Skythen werden als Menschen mit sehr asiatisch anmutenden Gesichtern dargestellt, tauchen aber auch als blonde, blauäugige nordeuropäisch anmutende Gestalten auf. Man könnte auf die Idee einer frühen Multi-Kulti-Kultur kommen, die sich durch waffentechnische Überlegenheit Respekt verschaffte. Tja, und die Gräber, die man von den besten, geehrtesten Soldaten dieses Volkes fand, waren meistens die letzten Ruhestätten von Frauen. Wie schrieb Herodot doch so schön über die Skythen-Frauen: "Keine von ihnen darf oder wird heiraten, bevor sie nicht im offenen Kampf einen Mann getötet hat!" Die Grabbeigaben waren identisch mit denen der Männer: Reiterkleidung, Schwert, Pferd und Pfeile und Bogen. Ihre Pferde immerhin überlebten bis heute und bilden die Grundlage für etliche Ross-Rassen in der Türkei.

Ähnliche Funde gab es bei den Sauromatiern und den Sarmatiern.

Die Amazonen Trung Trac und Trung Nhi waren Anführerinnen eines Aufstand der Vietnamesen gegen die Chinesischen Besatzer. Sie eroberten 65 feste Orte und regierten bis 43 nach Chr. als Königinnen. Auch die Mama der Damen war nicht ohne: Lady Man Thien oder Tran Thie Doan war eine Meisterin der Kriegskunst und lehrte ihre Töchter persönlich den Umgang mit Waffen und Taktik. Auch sie führte in dem Aufstand eigene Truppen an. Weitere Amazonen - auch aus den endlosen Kriegen mit China - sind Trieu Thi Trinh (ca. 250 n. Chr.), Hoang Thieu Hoa, Kommandantin Le Chan, Prinzessin Thanh Thien und Chao Thi Lien.

Selbst Japan kam nicht ohne Amazonen aus. Eine der Berühmtesten: Himoko, eine Kriegspriesterin und Prinzessin, die etwa 200 nach Chr. die Inselreiche fest unter der Sandalette hatte. Die Kaiserin Chingo Kogo (Jingo Kogo) leitete gar im hochschwangeren Zustand eine Invasion gen Korea und ließ sich für den Baby-Bauch extra eine Spezialrüstung schmieden. Nichts ist unmöglich.... Ab 590 regierte die Kaiserin Suiko-Tenne für 36 Jahre lang Japan und führte den Buddhismus im Land zur Blüte. Ihre wirtschaftlichen Beziehungen nach Korea und China waren Legende. 632 n. Chr. bestieg auch in Korea eine Frau den Thron: Sonduk wurde Köngin und baute unter anderem das erste Observatorium im Fernen Osten. Sie starb 647. 655 wurde die Damenkrone an China weiter gegeben. Wu Chao herrschte im Land der Mitte für volle 50 Jahre. 680 war wieder eine Japanerin an der Reihe: Jito-tenno regierte nach dem Tod ihres Gatten für 19 Jahre Nippon. Ihre Zeit nutzte sie für landwirtschaftliche und bürokratische Reformen, innere Befriedung und die Förderung von Buddhismus und Shintoismus. Ab 700 n. Chr. zitterten Chinas Pfeffersäcke vor der Kämpferin Nieh Yin-niang. Sie lernte die Schwertkunst von einer Priesterin, half den Schwachen und Armen und jagte Betrüger, Reiche und Kriminelle.