|
|
|
|
Die Wikinger und Angel-Sachsen
Bei Heslerton, in Nord Yoikshire fang man eine Kriegergrab mit den
Überresten von zwei Körpern. Beide hatten Speere, Dolche und andere Waffen
als Beigaben. Was man lange für ein Kriegergrab aus der Zeit ca. 500 n. Chr..
hielt, entpuppte sich nun dank DNA-Proben als Grabstätte zweier
Kriegerinnen. Sie könnten Zeitgenossinnen des berühmten "Insel-Mädchens"
sein, einer englischen Prinzessin, die im Goten-Krieg von 535 bis 552 unter
anderem die englische Invation aus Jütland anführte und den König der Jüten,
Radigis, gefangen nahm. Sie verliebte sich in den Knaben, verlobte sich mit
ihm, wurde aber schwer enttäuscht. Kaum hatte Radigis die Ketten abgelegt,
entfloh er auch schon.
Die angelsächsischen Chroniken berichten uns außerdem von Königin
Aethelburhg, die anno 722 die Stadt Taunton in Schutt und Asche legte.
Nochmal zu Jütland. Für diese Gegen interessiert sich auch Thyra, Königen
von Dänemark.
Während ihr Gatte durch die Lande streunte, nutzte sie die Gelegenheit zu
eine Feldzug gegen Germanen, die sich gerade in Schleswig und in Jütland
niederlassen wollten. Das reichte ihr nicht. Etwas 890 begann sie mit dem
Bau des sogenannten Danneverkes, einem Schutzwall im römischen Stil, der
über Jahrhunderte das Hauptbollwerk der Dänen gegen den Rest der Welt
bildete. Wie auch immer berichten uns die Blätter der "Geschichte
Dänemarks" von vielen Frauen im Lande, die sich mit Vorliebe wie Männer
kleideten und alle Kriegskünste erlernten, inklusive Saufen, Fluchen und
Furzen. Der Autor war zumindest irritiert. Dennoch ist nicht zu übersehen,
dass die kriegerischen Däninnen notfalls von daheim auskniffen, um Ehe und
Kindbett zu entgehen. So zum Beispiel Stikla, Alvid, oder Sela, die als
Amazonen und Piraten üble Furore machten. In diesem Umfeld hatten die Damen
dann auch nichts gegen Nachwuchs. Alvids Tochter Gurith ist ein Beweis dafür
und auch diese Frau galt als unglaublich gute Axtkämpferin. Sie konnte ihren
Mann nicht mehr retten, inszenierte aber eine offene Feldschlacht, um ihren
Sohn Harald zu befreien. Und so erfahren wir auch von Hethna, Vebiorg und
Visna, drei Frauen, die ganze Kompanien gegen die Wikinger anführten, als
König Harald gegen seinen rebellischen Neffen Ring antreten musste. Und
eine gewisse Rusilla legte sich ohne zu zögern mit ihrem Bruder Thrond an,
als es um die Herrschaft über Norwegen und Dänemark ging.
Zurück nach England. Aethelflaed war die älteste Tochter von Aldred dem
Großen. Spitzname: die Gnadenvolle. Wenn Papa keine Lust hatte auf Feldzug
zu gehen, sprang Aethelflaed ein und führte die Armeen. Vor allem gegen die
Wikinger. Emsig wie eine Biene ließ sie Festungen bauen und verstärken. Ihre
militärischen Kenntnisse verhalfen letztlich auch ihrem geliebten Bruder
Edward auf den Thron. Aethel starb ca. 920 n. Chr.
|
|